Historie

Ein kleiner Abriss zur Geschichte des FC NORDOST Berlin

Der 12. Januar 1908 ist die Geburtsstunde des Vereinssport in dem kleinen Dorf Marzahn. Sportinteressierte Bürger gründeten den „Turnverein Frisch-Auf-Marzahn“. Das dörfliche Leben und die anstehenden geschichtlichen Ereignisse machten es den Vereinsmitgliedern nicht leicht, ihrer sportlichen Freizeitgestaltung nachzugehen. Krieg, Revolution und Inflation zwangen die verbliebenen Mitglieder zu einem neuen Anlauf. Nach der Bildung von Groß-Berlin begann eine neue Etappe.

Kreisturnrat M. Randau setzte sich 1928 für eine Neubildung des Vereins ein und Übernahm den Vorsitz. Im Jahre 1932 gründete sich in Marzahn die erste Fußballriege, die 1933 vom „Turnverein Frisch-Auf-Marzahn“ übernommen wurde. Der 2. Weltkrieg führte dann im Frühjahr 1945 zum Zusammenbruch des Turnvereins. Aber schon im Herbst 1945 wurde von zurückkehrenden Spielern die Sektion Fußball des „Turnvereins Frisch-Auf-Marzahn“ wieder ins Leben gerufen. Und es blieb lange Zeit die einzige Sektion im Verein. Die Wirren der Nachkriegszeit zwangen die Spieler mehrmals, sich um eine geeignete Spiel- und Trainingsmöglichkeit zu bemühen. Im Jahre 1951 bekam dann die nunmehrige „Sportgemeinschaft Frisch-Auf-Marzahn“ von der Kirche ein Gelände an der Marzahner Chaussee. Nun musste der Platz bespielbar gemacht werden und es wurde ein Antrag beim Magistrat von Berlin auf Übernahme des Geländes durch die Sportgemeinschaft gestellt, der auch genehmigt wurde.

Im Jahre 1955 trat dann die große Wende ein. Durch Leistung auf sich aufmerksam gemacht, übernahm die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Neue Ordnung Marzahn“ die Patenschaft. Aus der „SG Frisch-Auf-Marzahn“ wurde die „Betriebssportgemeinschaft Traktor Marzahn“. Endlich konnte man kontinuierlich arbeiten und Jugendmannschaften aufbauen.

1960 wurde der Sportplatz durch den Magistrat von Berlin umgebaut und Sanitäranlagen und Umkleidekabinen geschaffen. Die neuen Bedingungen beflügelten die Mitglieder und seit 1961 intensivierte man die Mitgliederwerbung. Es wurden neue Sektionen gegründet und die Anzahl der Mitglieder stieg in den Jahren 1961 bis 1964 von 60 auf 200 an.

Und dann endlich der große Erfolg! Im Jahre 1964 wurden Schweiß und Mühen der vergangenen Jahre belohnt. Erstmalig wurde die Männermannschaft Fußballmeister in der Kreisklasse. Und damit nicht genug, auch der Pokal in der Kreispokalrunde wurde errungen.

Der Jugendbereich entwickelte sich, da er staatlich gefördert wurde. Auf der Strecke blieb, wie bei den meisten BSGen in der ehemaligen DDR, der Männersport und so schaffte man im Jahre 1966 auch nicht den Klassenerhalt. 1973 stiegen die Schüler in die Bezirksklasse auf. Die Männermannschaft schaffte dann erst 1974 wieder die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksklasse. Gesellschaftliche Umorientierungen auf die ortsansässige Industrie führten im Jahre 1978 zur Anbindung des Vereinssportes an die „Berliner Werkzeugmaschinenfabrik“. Die neue Patenschaft brachte auch einen neuen Namen mit sich. Aus der BSG „Traktor Marzahn“ wurde die „Betriebssportgemeinschaft Motor Marzahn“, später „Betriebssportgemeinschaft Berliner Werkzeugmaschinenfabrik Marzahn“, kurz „BSG BWF Marzahn“. Mit dem neuen Namen und der Unterstützung stellten sich auch wieder Erfolge ein. Die erste Männermannschaft konnte dreimal in Folge (1979 bis 1981) das Finale im Berliner Kreis- und Bärenpokal erreichen und verließ 1979 und 1980 den Platz als Pokalsieger.

Dann ein erneuter Schlag. Die DDR-Regierung beschloss die größte Baustelle für den notwendigen Wohnungsbau in Marzahn zu errichten. Damit fiel der Sportplatz den Neubauten zum Opfer und der Verein drohte auseinanderzubrechen. Die Jugendmannschaften (zu dieser Zeit war die Alterseinteilung – Schüler – Junioren – Männer) mussten abgegeben werden und man versuchte, mit den Junioren den Spielbetrieb der Männermannschaft aufrecht zu erhalten. Bis zum Jahre 1986 wurde dann der BSG der heutige Platz an der Walter-Felsenstein-Straße zugewiesen. In der Saison 1986/87 nur mit einem Hartplatz, kam in der nächsten Saison der Rasenplatz dazu. Nun hatte man wirklich gute Bedingungen und die wusste man auch zu nutzen. Ständig steigende Mitgliederzahlen und mehrere Kinder- und Jugendmannschaften mit immer größeren Erfolgen waren der Lohn.
In den Jahren 1995 bis 2000 wurde immer deutlicher, dass sich die Ziele der einzelnen und sehr erfolgreich agierenden Abteilungen innerhalb eines Großvereins „Marzahner SV“ nicht mehr verwirklichen lassen. Mit der Auflösung des Marzahner SV im Jahre 2000 machte sich eine erneute Umorientierung der Abteilung Fußball notwendig. Durch den Beitritt beim Fußballfreizeitverein „FC UNA Hellersdorf“ entstand der nunmehr reine Fußballclub „FC NORDOST Berlin“ mit Standorten in Marzahn und Hellersdorf.

Der Verein FC UNA Hellersdorf wurde im August 1993 von fußballbegeisterten Männern, die sich traditionell am Stammtisch trafen, gegründet. Sie haben sich zusammengeschlossen, um in Ihrer Freizeit sportlich aktiv zu werden und Fußball zu spielen.
Mit der BALIC Gastro GmbH fand man auch schnell einen ersten Sponsor, der die Spieler ausrüstete und der sich auch in den Folgejahren immer um das Wohl des Vereins bemüht hat. Ihm zu Ehren haben sich die Verantwortlichen des Vereins auch für den Namen UNA entschieden. Zum einen war dieser abgeleitet von einem Fluss in Bosnien-Herzegowina, zum anderen aber auch Name für die Gaststätte „UNA Grill“ in der Tangermünder Straße, in der die Geschichte des Vereins begann und die gleichzeitig als Vereinssitz eingetragen war.
Als erste Sportstätten dienten dem „FC UNA Hellersdorf“ die Turnhalle am Feldberger Ring und ein Hartplatz in der Poelchaustrasse. Mit der Aufnahme des ordentlichen Spielbetriebes im Verband für Freizeitfußball in der Saison 1994/1995 begann eine beispielhafte Entwicklung eines Fußballvereins. Die erste Spielklasse war die Kreisklasse B. In den Folgejahren schaffte man den Aufstieg in die Kreisklasse A, und dann in die Bezirksklasse. Danach erfolgte der Wechsel zum Berliner Fußballverband – Freizeitliga.
Im Jahr 1996 wurde die Sportanlage in der Lichtenhainer Straße eröffnet und der Verein hatte endlich eine eigene Sportstätte. In diesem Jahr konnte man damit beginnen, aktive Jugendarbeit zu betreiben. Die Nachfrage war sehr groß und so entschied man sich, drei Jugendmannschaften in den Altersklassen F (6 bis 8 Jahre), E (9 bis 10 Jahre) und D (11 bis 12 Jahre) aufzubauen. Mit Beginn der Saison 1997/1998 wurde der Kader auf fünf Mannschaften erweitert. Es kamen noch eine C- (13 bis 14 Jahre) und eine B- Mannschaft (15 bis 16 Jahre) dazu. In der Saison 1999/2000 spielten dann bereits 10 Mannschaften für den Verein. Alle Jugendmannschaften spielten in der Bezirksklasse der Freizeitliga des Berliner Fußballverbandes.
Nach einer misslungenen Fusion mit dem Fußballverein „SF Herzberg“ trat die Jugendabteilung dieses Vereins 1999 dem „FC UNA Hellersdorf“ bei. Der Mitgliederstärke erweiterte sich soweit, dass der „FC UNA Hellersdorf“ im Jugendbereich in allen Alterklassen, teilweise sogar mit mehreren Mannschaften vertreten war.
Im Herrenbereich kam nach der Fusion eine zweite Mannschaft hinzu. Die erste Herrenmannschaft schafften in jeder Saison den Aufstieg in die Landesliga für Freizeitvereine. Bis zum Beitritt der Abteilung Fußball des „Marzahner SV“ im Jahre 2000 spielte sie im Freizeitbereich in der Landesliga des Berliner Fußballverbandes.

Der FC NORDOST Berlin setzte die erfolgreiche Entwicklung fort, so spielten in der Saison 2000/01 erstmals alle Leistungsmannschaften der Nachwuchsabteilung in der höchsten Berliner Spielklasse. Im ersten Jahr in der Bezirksliga gelingt der 1. Herrenmannschaft ein einstelliger Tabellenplatz. Ein Jahr später positioniert sie sich in der erweiterten Spitzengruppe der Bezirksliga. Mit dem Aufstieg in die Kreisliga B, in der im Jahr 1999 noch die 1. Herren spielte, krönt die 2. Herrenmannschaft die Saison 2001/02. Mit der 2. A steigt erstmals eine 2. Mannschaft in die zweithöchste Spielklasse (Landesliga) auf. Sein 15. Jubiläum feierte im Jahr 2002 das Internationale Pfingstturnier für D-Junioren, welches in diesem Jahr zum ersten Mal mit 32 Mannschaften aus 7 Nationen und 7 Bundesländern stattfand. Auch in der Saison 2002/03 konnte der Verein einige Erfolge feiern. Unter Trainer Peter Rohde stieg die 1. Herrenmannschaft, die zum größten Teil aus jungen Spielern bestand, die aus der eigenen Jugend stammen, als Tabellenzweiter in die zweithöchste Berliner Spielklasse, der Landesliga, auf. Die 1. B wird hinter dem 1. FC Union Berlin Berliner Vizemeister und scheitert im Berliner Pokal erst im Halbfinale denkbar knapp mit 1:2 am späteren Deutschen Meister Hertha BSC Berlin. Durch den Aufstieg der 2. B und der 1. D verfügt der Verein in den Altersklassen A bis D-Junioren mit 6 Mannschaften nunmehr über die höchstmögliche Anzahl von Mannschaften in den höchsten Berliner Spielklassen. Drei Aufstiege gab es in der Saison 2003/04 zu vermelden. Die neugegründete Seniorenmannschaft unter Trainer Tilo Köhler schaffte auf Anhieb den Sprung in die Bezirksliga. Unter Trainer Waldemar Genich stieg die 2. Herren in die Kreisliga A auf. Die 3. Herren schafften mit 120 geschossenen Toren den Aufstieg in die höchstmögliche Liga für 3. Herrenmannschaften, der Kreisklasse A. Die positivsten Nachrichten aus der Jugendabteilung kamen in dieser Saison von der 1. A, die in der Verbandsliga den 3. Platz erreichte und erst im Halbfinale des Berliner Pokalwettbewerbs am Bundesligisten und späteren Pokalsieger Tennis Borussia scheiterte. Trotz einer sehr guten Rückrunde stieg die 1. D nach dem Aufstieg im letzten Jahr postwendend wieder ab. In der Saison 2004/05 gelang den Senioren der sofortige Durchmarsch in die zweithöchste Spielklasse, der Landesliga. Die 1. Herren erreichten wie schon in der vergangenen Saison den 4. Tabellenplatz in der Landesliga. Einen Spieltag vor dem Ende der Saison sicherte sich die 2. Herren den Klassenerhalt in der Kreisliga A, während die 3. Herren in der gesamten Saison nicht in Abstiegsgefahr geriet und am Ende 10. wurde. Nicht so erfreulich verlief die Saison im Jugendbereich, wo die 2. A, 1. B, 2. B, 1. C und 1. D jeweils abstiegen.